Seit meinem ersten Besuch in Chile im Herbst 2017 war ein Roadtrip auf der Carretera Austral ein Traum von mir. Anderthalb Jahre später erfüllte ich mir diesen und reiste drei Wochen lang mit einem Geländewagen mit Dachzelt entlang dieser traumhaften Panoramastraße.
Für mich ist die Carretera Austral einer der schönsten Roadtrips der Welt und es ist eine Reise, die ich jederzeit wieder machen würde. Damit auch deine Reise unvergesslich wird, habe ich die besten Tipps für dich!
Inhalt
Was die Carretera Austral so besonders macht
Die Carretera Austral ist keine gewöhnliche Straße – sie ist ein absolutes Abenteuer. Diese legendäre Route im Süden Chiles erstreckt sich über 1.240 Kilometer von Puerto Montt bis Villa O’Higgins und führt durch einige der spektakulärsten Landschaften der Welt: dichte Regenwälder, gewaltige Gletscher, türkisblaue Seen und beeindruckende Bergketten. Selten habe ich einen Roadtrip erlebt, bei dem sich jeden Tag so unterschiedliche, aber immer wieder beeindruckende Panoramen gezeigt haben.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du deine Reise entlang der Panoramaroute gestalten kannst. Doch egal, für welche du dich entscheidest – Wenn du Roadtrips liebt und dich nach unberührter Natur sehnst, wird die Carretera Austral ein Paradies für dich sein.


Der perfekte Roadtrip auf der Carretera Austral
Mit dem Camper bzw. Geländewagen mit Dachzelt
Die beste Möglichkeit, die Carretera Austral in vollen Zügen zu genießen, ist für mich mit einem Geländewagen mit Dachzelt oder einem Campervan. Die Straße ist größtenteils unbefestigt, und viele Abschnitte erfordern ein robustes Fahrzeug. Anbieter wie Wicked Campers** stellen speziell für solche Bedingungen ausgelegte Fahrzeuge zur Verfügung, in unterschiedlichen Größen und Ausstattungen.
Mit einem Camper oder Dachzelt bist du maximal flexibel – du kannst an den schönsten Orten übernachten und bist nicht auf Unterkünfte angewiesen. Besonders in den abgelegenen Regionen ist das ein großer Vorteil, da Hotels und Hostels rar sein können und auch oft sehr preisintensiv sind.
Mit festen Unterkünften
Falls du lieber in Hotels, Hostels oder Cabañas übernachten möchtest, ist das natürlich ebenfalls möglich. Da die Unterkünfte in dieser beliebten Region recht rar sind, solltest du unbedingt vorab reservieren, insbesondere in der Hauptsaison von Dezember bis März.
Die Unterkünfte reichen von gemütlichen Holzhütten über familiengeführte Gästehäuser bis hin zu luxuriösen Eco-Lodges mitten in der Natur. Die Preise variieren je nach Komfort und Lage, aber generell solltest du mit 30 € – 100 € pro Nacht rechnen.


Die Route im Überblick
Die Carretera Austral ist eine Panoramastraße, die von Puerto Montt bis Villa O’Higgins führt. Puerto Montt hat einen eigenen Flughafen, der unter anderem von Santiago de Chile direkt angeflogen wird. Ein perfekter Start für deine Reise.
Obwohl die Carretera Austral grundsätzlich eine festgelegte Route ist, gibt es an einigen Stellen ein paar alternative Routenführungen. Ich empfehle dir zum Beispiel, gleich zu Beginn einen Abstecher in die argentinische Schokoladenstadt Bariloche zu unternehmen.
Auch, wenn die Carretera Austral grundsätzlich in Villa O’Higgins endet, empfehle ich dir unbedingt, deine Reise durch Patagonien bis Punta Arenas fortzusetzen. Auf diesem Abschnitt warten noch einmal einige ganz besondere Highlights, die du nicht verpassen solltest, wie z.B. den Perito Moreno Gletscher.
Vorbereitung und Planung
Beste Reisezeit
Die ideale Zeit für diesen Roadtrip ist im südamerikanischen Sommer, zwischen Dezember und März. In diesen Monaten sind die Tage lang, die Temperaturen angenehm (zwischen 10 und 25 °C) und die Straßen am besten befahrbar. Der Rest des Jahres kann sehr herausfordernd sein – im Winter (Juni bis September) sind viele Streckenabschnitte sogar gesperrt.


Dein Mietwagen für die Carretera Austral
Die Carretera Austral besteht größtenteils aus Schotterpisten, engen Serpentinen und unbefestigten Straßen – ein 4×4-Geländewagen oder Camper ist daher die beste Wahl. Ein normales Auto wäre hier schnell überfordert, besonders nach Regen, wenn die Straßen matschig und rutschig werden.
Außerdem bieten dir ein Geländewagen mit Dachzelt oder ein Campervan viel Flexibilität und ermöglichen dir ganz besondere Erlebnisse in der Natur:
- Geländewagen mit Dachzelt bietet mehr Offroad-Fähigkeit und ist meist günstiger.
- Campervan ist komfortabler, da du im Innenraum schlafen kannst, oft mit Heizung und Kochmöglichkeit.
Beliebte Anbieter sind Wicked Campers** oder lokale Vermieter, die auf Patagonien-Reisen spezialisiert sind.
Campen & Wildcampen entlang der Carretera Austral
Patagonien bietet zahlreiche Campingmöglichkeiten, sowohl in offiziellen Campingplätzen als auch beim Wildcampen. Offizielle Campingplätze gibt es in den meisten Nationalparks, und sie bieten oft grundlegende Einrichtungen wie Toiletten und Feuerstellen. Die Preise variieren, sind jedoch meist erschwinglich (ca. 10 USD pro Nacht). Besonders in beliebten Gebieten wie Torres del Paine oder Bariloche ist eine frühzeitige Buchung ratsam, vor allem in der Hochsaison (Dezember bis Februar).
Wildcampen ist in vielen Teilen Patagoniens außerhalb der Nationalparks erlaubt, solange du die Natur respektierst und keine Schäden hinterlässt. Es gibt keine offiziellen „wilden“ Campingzonen, aber du solltest darauf achten, keine Feuer in Schutzgebieten zu machen und deinen Müll immer mitzunehmen. Achte auch auf die lokalen Regeln, da einige Gebiete spezielle Bestimmungen für das Campen haben. Wir haben fast ausschließlich wildgecampt und hatten dabei immer die schönsten Plätze an Seen und Flüssen. Ganz allein, nur für uns. Ein absoluter Traum!


Die Preise für deinen Roadtrip
Patagonien ist sicher nicht das günstigste Reiseziel. Die konkreten Kosten hängen jedoch von verschiedenen Faktoren ab, insbesondere von
- Der Dauer deiner Reise
- Der Wahl deiner Unterkünfte (Hotels und Cabañas oder Camping auf Campingplätzen oder in der freien Natur)
- Dem Fahrzeugtyp, den du für die Tour wählst
- Der konkreten Route
- Dem Zeitpunkt deiner Reise (Haupt- oder Nebensaison).
Ein 4×4-Camper oder Geländewagen mit Dachzelt kostet in der Regel zwischen 80 € und 150 € pro Tag. Wenn du in Puerto Montt bzw. Puerto Varas startest und bis Punta Arenas reist, fällt zusätzlich eine One-Way-Gebühr an. Diese ist nicht ganz günstig und kann zwischen 700 und 1.000 Euro liegen. Aber aufgrund der langen Distanzen ist diese nahezu unvermeidbar und macht die Route viel effizienter.
Die Benzinpreise sind mit denen in Europa vergleichbar, jedoch gibt es auf der Strecke lange Abschnitte ohne Tankstellen. Es ist daher wichtig, regelmäßig zu tanken und am besten einen Reservekanister mitzunehmen, um nicht in einer abgelegenen Gegend ohne Sprit liegenzubleiben.
So viel Zeit brauchst du für deinen Roadtrip
Wie viel Zeit du für die Reise einplanen solltest, hängt stark von deinem Tempo und den gewünschten Aktivitäten ab. Für die gesamte Strecke von der Carretera Austral bis zum südlichen Ende Chiles oder Argentiniens solltest du mindestens 2 Wochen einplanen, um die wichtigsten Highlights wie Futaleufú, den Perito-Moreno-Gletscher und Torres del Paine zu besuchen.
Wenn du in mehreren Nationalparks Wanderungen unternehmen möchtest oder zusätzliche Aktivitäten wie Rafting oder Bootstouren einplanst, sind 3 bis 4 Wochen ideal sein, um das Beste der Region zu erleben, ohne dich zu hetzen. Beachte, dass auch außerhalb der bekannten Nationalparks viele tolle Wanderungen auf dich warten, für die es sich lohnt, etwas Zeit einzuplanen, zum Beispiel in der Region um Coyhaique.


Notwendige Ausrüstung
Eine Reise entlang der Carretera Austral führt durch unberührte Wildnis, oft weit entfernt von Städten oder Versorgungsmöglichkeiten. Du solltest dich deshalb gut vorbereiten und die richtige Ausrüstung dabei haben. Wetterfeste Kleidung ist ein Muss – dazu gehören eine hochwertige Regenjacke, mehrere warme Schichten, Handschuhe und eine Mütze, denn das Wetter in Patagonien kann sich innerhalb von Minuten ändern.
Ein verlässliches GPS oder Offline-Kartenmaterial ist ebenfalls notwendig, da der Handyempfang auf vielen Teilen der Strecke entweder schwach oder gar nicht vorhanden ist. Wenn du dich für ein Dachzelt oder einen Camper entscheidest, sollte du entsprechende Campingausrüstung mitnehmen, darunter einen warmen Schlafsack und eine Stirnlampe. Kochequipment wird meist mit verliehen – informiere dich aber sicherheitshalber bei deinem Mietwagenverleih.
Da viele kleinere Orte und Unterkünfte keine Kartenzahlung akzeptieren, empfehle ich dir unbedingt, immer ausreichend Bargeld mitzuführen. Bankautomaten gibt es nur in größeren Städten, und es kann vorkommen, dass sie leer oder außer Betrieb sind. Wenn du planst, die Grenze nach Argentinien zu überqueren, kann es von Vorteil sein, einen kleinen Betrag in argentinischen Pesos dabei zu haben.
Die Highlights entlang der Strecke
Bariloche – Schokoladenstadt und Tor zu den Anden
Bariloche, am Nahuel Huapi See in den argentinischen Anden gelegen, bietet nicht nur atemberaubende Natur, sondern auch ein kulinarisches Highlight: Schokolade! Die Stadt ist berühmt für ihre handgemachten Schokoladen, die du in unzähligen Chocolaterías probieren kannst. Die Vielfalt reicht von klassischen Tafeln bis zu exotischen Pralinen.
Neben den süßen Köstlichkeiten kannst du die Region mit Wanderungen zum Cerro Campanario oder einer Bootstour auf dem Nahuel Huapi See entdecken. Im Winter zieht das Skigebiet Cerro Catedral zahlreiche Besucher an, während die „Ruta de los Siete Lagos“ im Sommer zu den schönsten Ausflügen gehört.


Futaleufú – Ein Paradies für Abenteurer
Futaleufú ist ein kleines, abgelegenes Dorf nahe der argentinischen Grenze, das als Mekka für Wildwasser-Rafting gilt. Der Futaleufú-Fluss gehört zu den besten Rafting-Flüssen der Welt und bietet Stromschnellen der Klasse IV und V – also perfekt für Adrenalinjunkies. Falls du noch nie Rafting gemacht hast, gibt es auch Touren für Anfänger. Die meisten Rafting-Unternehmen stellen Neoprenanzüge, Helme und erfahrene Guides zur Verfügung. Preis für eine Halbtagestour: ca. 80 € – 120 € (je nach Anbieter und Streckenabschnitt).
Wenn dir das zu wild ist, kannst du stattdessen eine Kajaktour auf dem türkisblauen Wasser unternehmen oder eine Wanderung in der Umgebung machen. Eine tolle Option ist der Mirador Piedra del Águila, von dem aus du eine atemberaubende Aussicht auf das Tal und den Fluss hast. Tipp: Nimm dir ein Picknick mit, denn hier gibt es kaum Restaurants oder Verpflegungsmöglichkeiten außerhalb des Dorfes.


Queulat Nationalpark – Der Hängende Gletscher
Der Queulat-Nationalpark gehört zu den spektakulärsten Naturwundern der Carretera Austral. Das absolute Highlight ist der Ventisquero Colgante, der berühmte hängende Gletscher. Von der Abbruchkante des Gletschers stürzen Wasserfälle mehrere hundert Meter in die Tiefe – ein unglaubliches Naturschauspiel.
Um den Gletscher aus nächster Nähe zu erleben, kannst du eine Wanderung zum Aussichtspunkt „Mirador Ventisquero Colgante“ unternehmen. Der Weg ist etwa 6 Kilometer lang (hin und zurück) und dauert ca. 2 Stunden. Die Strecke ist gut machbar, allerdings kann es durch den Regen sehr matschig sein, sodass du feste Wanderschuhe tragen solltest.
Eintritt:
- Nicht-Chilenen: ca. 10.000 CLP (ca. 10 Euro)
- Chilenische Staatsbürger: ca. 5.000 CLP
Falls du keine Lust auf eine Wanderung hast, gibt es auch die Möglichkeit, eine Bootstour auf der Laguna Témpanos zu machen, von der aus du den Gletscher aus einer anderen Perspektive siehst. Preis: ca. 25 € – 40 € pro Person.


Cerro Castillo – Patagoniens verstecktes Trekking-Juwel
Der Cerro Castillo-Nationalpark eine echte Alternative zum berühmten Torres del Paine, aber mit viel weniger Touristen. Die beeindruckenden, schroffen Gipfel des Cerro Castillo erinnern an eine Burgruine – daher auch der Name.
Die beliebteste Wanderung ist der Trekkingpfad zur Laguna Cerro Castillo, ein anspruchsvoller Anstieg von etwa 14 Kilometern (hin und zurück). Die Wanderung dauert 6-8 Stunden und ist relativ steil, aber der Ausblick auf die türkisblaue Lagune unterhalb der mächtigen Bergspitzen ist jede Anstrengung wert.
Eintritt:
- Sommer (Dezember bis März): ca. 20.000 CLP (ca. 20 Euro)
- Nebensaison (April bis November): ca. 10.000 CLP
Falls du eine längere Wanderung möchtest, kannst du den Cerro Castillo Circuit machen – eine 4-tägige Trekkingtour durch eine der schönsten Landschaften Patagoniens.
Tipp: In Villa Cerro Castillo gibt es einige kleine, aber gemütliche Hostels und Cabañas. Falls du campen möchtest, solltest du vorher genug Proviant einkaufen, da die Auswahl an Lebensmitteln begrenzt ist.
General Carrera See & Marble Caves
Der Lago General Carrera, den sich Chile mit Argentinien teilt (dort heißt er Lago Buenos Aires), ist der größte See Chiles und berühmt für seine Marmorhöhlen (Capillas de Mármol). Die skurrilen Felsformationen entstanden durch jahrtausendelange Erosion, und das Spiel aus Licht und Wasser in den Höhlen ist einfach absolut beeindruckend. Um in diese Höhlen zu gelangen, solltest du eine Boots- oder Kajaktour von Puerto Río Tranquilo aus buchen.
Preise:
- Bootstour: ca. 15 € – 25 € pro Person (Dauer: 1,5 Stunden)
- Kajaktour: ca. 40 € – 60 € pro Person (Dauer: 2-3 Stunden)
Tipp: Die besten Lichtverhältnisse hast du morgens oder am späten Nachmittag, wenn die Sonne das Wasser besonders intensiv leuchten lässt.


Wanderparadies El Chaltén – Auf den Spuren von Fitz Roy
Nach dem „offiziellen“ Teil der Carretera Austral erreichst du auf dem Weg nach Punta Arenas das Wanderparadies El Chaltén, die Trekking-Hauptstadt Argentiniens. Dieser kleine Ort liegt im Los Glaciares Nationalpark und ist der perfekte Ausgangspunkt für Wanderungen zu den berühmten Bergmassiven Fitz Roy und Cerro Torre. Hier wirst du mit spektakulären Aussichten belohnt.
Die beiden bekanntesten Wanderungen sind:
- Laguna de los Tres (Fitz Roy-Trail): ca. 20 km, 7-9 Stunden
- Laguna Torre: ca. 18 km, 6-7 Stunden
Beide Touren sind ohne Guide machbar, da die Wege gut markiert sind.
Tipp: Die Wanderung zum Fitz Roy ist anstrengend, aber am Morgen hast du die besten Chancen auf eine klare Sicht auf die Gipfel. Also wandere am besten gleich früh am Morgen los!


Perito-Moreno-Gletscher – Ein lebendiges Naturwunder
Der Perito-Moreno-Gletscher ist einer der wenigen Gletscher weltweit, die noch wachsen. Hier kannst du die unglaublichen Eismassen aus nächster Nähe bestaunen – entweder von den gut ausgebauten Holzstegen oder auf einer Bootstour.
Eintritt:
- Los Glaciares Nationalpark: ca. 6.000 ARS (ca. 15 €)
- Bootstour: ca. 30 € – 50 €
Wenn du noch näher an den Gletscher herankommen willst, kannst du auch eine Gletscherwanderung buchen (ca. 100 € – 150 € pro Person).


Nationalpark Torres del Paine – Das Juwel Patagoniens
Zurück in Chile erreichst du den berühmten Torres del Paine Nationalpark, eines der spektakulärsten Reiseziele Südamerikas. Die drei markanten Granittürme („Torres“) sind das Wahrzeichen des Parks.
Die bekannteste Wanderung ist die Base de las Torres-Wanderung (20 km, 8-10 Stunden), die dich zu einem unglaublichen Aussichtspunkt führt.
Eintritt:
Internationale Besucher: ca. 35.000 CLP (ca. 35 €) in der Hauptsaison
Falls du mehr Zeit hast, kannst du den kompletten W-Trek (4-5 Tage) oder O-Trek (7-9 Tage) wandern – beides epische Touren durch Patagoniens unberührte Natur.
Tipp: Im Sommer solltest du Unterkünfte oder Campingplätze mindestens 6 Monate im Voraus buchen, da der Park extrem beliebt ist.


Herausforderungen und Tipps
Straßenverhältnisse auf der Carretera Austral
Die Carretera Austral ist größtenteils keine glatt asphaltierte Schnellstraße, sondern eine echte Offroad-Strecke, die dir je nach Wetter einiges abverlangen kann. Große Teile der Straße sind Schotterpisten, die sich bei Regen in rutschige Schlammwege verwandeln können. Schlaglöcher, enge Serpentinen und gelegentliche Erdrutsche gehören hier zum Alltag. Wer die Strecke fahren will, sollte sich auf langsames Fahren einstellen – oft sind nur 50-70 km/h möglich.
Besonders herausfordernd sind einige Fährverbindungen, die für den Transport über Fjorde und Flüsse notwendig sind. Diese verkehren nicht immer nach einem festen Fahrplan, sondern richten sich teilweise nach Wetter- und Wasserbedingungen. Es lohnt sich, die Fahrzeiten im Voraus zu checken und genügend Zeitpuffer einzuplanen.
Ein Allradfahrzeug ist dringend zu empfehlen, besonders in abgelegenen Abschnitten. Auch Ersatzreifen und Werkzeug solltest du dabei haben, denn Pannen sind keine Seltenheit. Prüfe das Werkzeug, bevor du startest. Wir mussten bei einer Reifenpanne leider feststellen, dass unser Wagenheber defekt war.
Das Wetter in Patagonien: Vier Jahreszeiten an einem Tag
Wenn es eine Sache gibt, auf die du dich bei einem Roadtrip durch Patagonien verlassen kannst, dann ist es die Unberechenbarkeit des Wetters. An einem Tag kannst du strahlenden Sonnenschein, plötzlichen Starkregen, heftige Windböen und sogar Schneeschauer erleben – und das alles innerhalb weniger Stunden.
Der Wind ist dabei eine der größten Herausforderungen. In einigen Regionen, besonders in der Nähe der Magellanstraße, können die patagonischen Winde so stark sein, dass das Fahren mit einem Camper oder Dachzelt richtig anstrengend wird. Auch das Campen wird so manchmal zur Herausforderung.
Damit du auf alle Wetterlagen vorbereitet bist, solltest du dir ausreichend warme Kleidung einpacken, am besten setzt du auf den klassischen Zwiebellook. Eine wasserdichte Regenjacke, warme Fleece-Schichten, Handschuhe und eine Mütze gehören auch in den Sommermonaten ins Gepäck.


Ein Roadtrip abseits der Zivilisation
Die Carretera Austral führt durch eine der abgelegensten Regionen der Welt. Große Städte gibt es hier nicht, Tankstellen und Supermärkte sind eine Seltenheit und nicht in jedem Ort zu finden. Genau das macht den Reiz dieser Route aus – aber es bedeutet auch, dass du gut vorbereitet sein musst.
Benzin ist ein kritischer Punkt. Es gibt lange Abschnitte, in denen du keine Tankstelle findest. Deshalb gilt die goldene Regel: Sobald du eine Tankstelle siehst – tanke auf jeden Fall! Am besten hast du immer einen Reservekanister dabei, falls es mal knapp wird.
Auch in Sachen Lebensmittel solltest du vorsorgen. In kleinen Dörfern gibt es oft nur minimales Angebot, und Restaurants oder Supermärkte können teurer sein als in größeren Städten. Besonders wenn du mit einem Camper unterwegs bist, lohnt es sich, Grundnahrungsmittel und Trinkwasser auf Vorrat mitzunehmen und jeden größeren Supermarkt zu nutzen, um die Vorräte aufzustocken.
Ein weiteres wichtiges Thema ist der Handyempfang – oder besser gesagt, der oftmals nicht vorhandene Empfang. Große Teile der Strecke haben kaum Netzabdeckung, sodass du dich nicht auf Online-Apps verlassen solltest. Lade dir die notwendigen Karten deshalb schon vor der Reise herunter oder packe ein GPS-Gerät ein. So bist du auf der sicheren Seite.
Zwischen Chile und Argentinien – Grenzübertritte auf der Route
Auf deinem Weg von Puerto Montt nach Punta Arenas wirst du nicht nur Chile erkunden, sondern auch einen Teil Argentiniens durchqueren. Ein empfehlenswerter Abstecher führt dich über Bariloche, bevor du wieder nach Chile zurückkehrst. Das bedeutet, dass du mindestens zwei Mal eine Grenze überqueren musst – und das erfordert ein wenig Vorbereitung.
Damit der Grenzübertritt reibungslos klappt, brauchst du eine offizielle Genehmigung vom Mietwagenanbieter, die bestätigt, dass du das Fahrzeug über die Grenze bringen darfst. Diese sollte bereits bei der Buchung organisiert werden, da sie nicht kurzfristig vor Ort ausgestellt wird. Achte darauf, dass du bei der Buchung bereits angibst, auch in Argentinien einreisen zu wollen
An den Grenzposten selbst geht es oft entspannt zu, aber du solltest etwas Zeit einplanen. Besonders wichtig: Lebensmittelkontrollen! Chile hat strenge Einfuhrbestimmungen für frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Milchprodukte oder Fleisch. Diese dürfen nicht über die Grenze gebracht werden. Wenn du also mit dem Camper unterwegs bist und dich selbst versorgst, solltest du das bedenken und am Abend vorher alles aufessen, insbesondere Getreideprodukte, Käse und Wurst sowie Obst und Gemüse.


Unser Fazit
Die Carretera Austral ist eine Herausforderung – aber eine, die sich absolut lohnt. Ein Roadtrip auf dieser Panoramastraße schenkt dir unvergessliche Momente, spektakuläre Natur und das Gefühl von absoluter Freiheit. Also pack deine Sachen und mach dich auf den Weg ins Abenteuer deines Lebens!
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