Planung einer Hüttentour

Marianne auf einer Hüttentour in den Pyrenäen - mit dem Rucksack auf einem Berg stehend, Blick in die Ferne

Hüttentouren sind ein wahres Abenteuer. Du bist den ganzen Tag in der Natur unterwegs, wanderst von Hütte zu Hütte und hast alles, was du brauchst, einfach auf dem Rücken. Doch die Planung einer Hüttentour ist gar nicht so einfach und es gilt einiges zu beachten, damit die Tour auch wirklich zu einem unvergesslichen Erlebnis wird – im positiven Sinne.

Ich habe schon einige Hüttentouren unternommen und einige Erfahrungen sammeln können. Dabei bin ich auch in das eine oder andere Fettnäpfchen getreten, wovor ich dich mit meinen Tipps bewahren möchte. 

Inhalt

Hüttentouren in Europa

Hüttentouren sind eine perfekte Variante für eine mehrtägige Wandertour. Du sparst dir viel Gepäck, weil du kein Zelt mit dir herumtragen musst und hast immer ein festes Dach über dem Kopf.

In Europa sind Hüttentouren recht verbreitet. Die Alpen sind sicher die bekannteste Destination dafür, doch längst nicht die einzige. Es gibt beispielsweise auch tolle Touren in Skandinavien, in den Pyrenäen, in der Hohen Tatra und sogar auf Korsika.

Insgesamt ziehen sich zwölf große Fernwanderwege durch Europa – mit einer Strecke von insgesamt 60.000 Kilometern. Der längste ist der E8, der sich von Dursey Head in Irland bis Istanbul zieht, auf einer Strecke von ca. 7.500 Kilometern.

Auch, wenn ich schon ein paar Touren gemacht habe, ist meine Liste noch sehr lang und es kommen immer wieder neue Touren dazu, die ich irgendwann noch einmal gehen möchte. 

Arten von Hütten

Bewirtschaftete Hütten

Die komfortabelste Variante ist die Übernachtung in einer bewirtschafteten Hütte. Hier bekommst du nicht nur einen Schlafplatz, sondern wirst auch kulinarisch umsorgt. Das erleichtert dir die Tour ungemein, den du musst weder Campingkocher & Geschirr noch Lebensmittel im Gepäck haben. Das spart dir einige Kilos auf dem Rücken!

Einige Hütten inkludieren die Halbpension direkt im Übernachtungspreis, bei anderen Hütten kannst du à-la-carte speisen. Die Auswahl ist natürlich eingeschränkt aufgrund der schwierigen Anlieferung, doch es wird immer frisch gekocht. 

Meist stehen für die Unterkünfte verschiedene Kategorien zur Verfügung. Neben einigen wenigen Doppel- und Familienzimmern gibt es Mehrbettzimmer (meist mit Doppelstockbetten) und Matratzenlager. Letzteres ist ein mit Matratzen ausgelegter Raum mit zahlreichen Schlafplätzen. 

Unbewirtschaftete Hütten

Unbewirtschaftete Hütten sind eine tolle und preiswertere Alternative. Hier bist du in der Regel ungestörter und kannst die Ruhe fernab von Touristengruppen genießen.

Auf diesen Hütten wird dir in der Regel wirklich nur eine Schlafplatz (ohne Matratze)  zur Verfügung gestellt. Isomatte und Schlafsack, Lebensmittel sowie Geschirr und Kochequipment müssen selbst mitgebracht werden. 

Einige Hütten verfügen über einen Grillplatz und eine eigene Wasserquelle – darauf solltest du dich jedoch nicht zwingend verlassen.

Hier gibt es wirklich große regionale Unterschiede. Ich empfehle dir deshalb, dich vorab genau zu informieren, wie die Hütten in deiner Wanderdestination ausgestattet sind. Frage ggf. auch einmal direkt in der Touristeninformation nach, um umfassende Informationen zu erhalten. 

Blick hinauf aufs Furtschaglhaus in Österreich (Hüttentour auf dem Berliner Höhenweg), im Hintergrund schneebedeckte Gipfel
Blick vom Gipfel auf die Seekofelhütte auf einer Hüttentour in den Dolomiten, umgeben von Bergen

Planung einer Hüttentour - das solltest du beachten

Planung der Route

Überlege dir zuerst genau, wie lange du unterwegs sein möchtest und wie anspruchsvoll die Tour sein soll. Wenn es deine erste Hüttentour ist, empfehle ich dir, mit einer drei- bis viertägigen Tour zu starten, um erstmal ein Gefühl dafür zu bekommen.

Anschließend kannst du nach passenden Touren recherchieren, die in deiner favorisierten Region möglich sind und deinen Vorstellungen entsprechen. Oft findest du eher längere Touren – wenn du weniger Tage unterwegs sein möchtest, kannst du die Touren meist etwas kürzen. Achte darauf, Start- und Endpunkte zu wählen, die gut erreichbar sind und von denen Auf- bzw. Abstieg gut machbar sind.

Hast du noch gar keine Idee, welches Land oder welches Gebirge für dich geeignet ist?
Dann schreib mir gerne – ich berate dich gerne kostenfrei und unverbindlich!

Die perfekte Reisezeit für deine Hüttentour

Grundsätzlich empfehle ich dir eine Hüttentour immer in den Sommermonaten – es sei denn, du bist auf einem ausgewiesenen Winterwanderweg unterwegs und bist entsprechend ausgerüstet. Achte bei der Planung auf die Öffnungszeiten der Hütten, die meisten öffnen nur von Mai bis September.

Insbesondere, wenn du im Hochgebirge auf Hüttentour gehen möchtest und auch den einen oder anderen Gipfel besteigen oder überqueren möchtest, empfehle ich dir die Monate Juli und August. Natürlich herrscht zu dieser Zeit absolute Hochsaison, jedoch sind dies die Monate, in denen du recht sicher sein kannst, dass alle Wege optimal begehbar sind und du nicht vom Schnee überrascht wirst.

Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, erkundige dich vorab auf den Hütten entlang deiner Route nach den Witterungsbedingungen und nimm ggf. entsprechendes Equipment mit.

Reservierung der Hütten auf deiner Hüttentour

Sobald du dich für eine Tour entschieden hast, kontaktiere die jeweiligen Hütten. Nicht alle haben ein Online-Buchungstool, oftmals musst du noch klassisch eine E-Mail schreiben oder anrufen.

MEIN TIPP: Beginne frühzeitig mit der Planung – mindestens 3 Monate im Voraus!
Die Schwierigkeit bei Hüttentouren liegt auf der Hand: Da die Hütten meist einsam in den Bergen liegen, gibt es oft keine Alternative. Alles konzentriert sich auf wenige Sommermonate, sodass die Hütten schnell ausgebucht sind. Und sobald eine Hütte nicht passt, gerät die ganze Tour ins Wanken. Beginne deshalb mind. 3 Monate vorab mit der Planung – bei besonders beliebten Touren noch eher. 

Ich arbeite dafür gern mit einer Google Tabelle, die ich mit meinen Mitreisenden teile. So haben alle immer im Blick, welche Hütten bereits angefragt bzw. bestätigt wurden.  

Hilfreich ist es, wenn du zeitlich etwas flexibel bist und die Tour ggf. auch noch ein paar Tage nach vorne oder hinten schieben kannst, sollte eine Hütte wirklich bereits ausgebucht sein. 

Felsige Gipfel in den Dolomiten
Valparola Hütte im Hintergrund, an einem kleinen See gelegen, der sich im Vordergrund befindet.

Vorbereitungen für deine Hüttentour

Körperliche Vorbereitung

Je nachdem, für welche Tour und welchen Schwierigkeitsgrad du dich entschieden hast, solltest du dich entsprechend darauf vorbereiten.

Für eine leichtere bis mittelschwere Tour ist es normalerweise ausreichend, wenn du bereits regelmäßig Sport treibst und somit eine gewisse Grundfitness mitbringst. Es ist ratsam, bereits vorab schon einmal ein paar Tagestouren mit Gepäck auf dem Rücken zu gehen – denn das ist nochmal eine andere Belastung, als du sie wahrscheinlich gewohnt bist.

Hast du dich für eine anspruchsvolle Tour entschieden, prüfe genau, welches Equipment du dafür benötigst und teste dieses einmal aus. Wenn du beispielsweise Klettersteige auf deiner Tour hast, empfehle ich dir, dich vorab mit dem Klettergurt vertraut zu machen und vielleicht auch einen kleinen Kurs zu belegen. Das gibt dir Sicherheit!

Technische Vorbereitungen

Ich empfehle dir, deine Route mit den einzelnen Etappen vorab in eine Wanderapp zu übertragen, über welche die Touren auch offline verfügbar sind. Eine Möglichkeit ist dabei Komoot, welche ich immer nutze. Die App hat zwar ihre Schwachstellen und hat mich schon das eine oder andere Mal über fragwürdige Wege geführt, jedoch bietet sie in der kostenfreien Version schon wirklich viele Möglichkeiten. So bist du immer auf der sicheren Seite und läufst nicht Gefahr, dich zu verirren. 

Außerdem empfehle ich dir, ausreichend Bargeld mitzunehmen. In vielen Hütten wird Kartenzahlung noch nicht akzeptiert – das kann die Wanderfreude sehr schnell trüben. Plane deshalb lieber ausreichend Puffer ein. 

Egal, wie fit du bist und wie gut du deine Tour geplant hast – eine Bergtour birgt immer ein gewisses Risiko. Auch der geübteste Wanderer ist nicht vor einem Sturz gefeit und schon ein verstauchter Knöchel kann den Weg zur Hütte nahezu unmöglich machen. Ich empfehle dir deshalb, eine entsprechende Versicherung abzuschließen – diese gibt es meist schon für 10 – 15 €, was in keinem Verhältnis steht zu möglichen Kosten für einen Helikoptereinsatz (welchen deine normale Auslandskrankenversicherung in der Regel nicht zahlt). Solltest du Mitglied im Alpenverein sein, hast du diese Versicherung normalerweise bereits darüber.

Deine Packliste für deine Hüttentour

Je nach Jahreszeit, Ziel und Übernachtungsmöglichkeiten benötigst du natürlich unterschiedliche Dinge. Ich fasse hier die wichtigsten Dinge zusammen, die du unbedingt mitnehmen solltest. Informiere dich aber dennoch vor deiner Tour, welches spezielle Equipment du für deine Route benötigen könntest.

Trekking-Essentials 

Kleidung

  • Gute Regenjacke 
  • Trekkingsocken (Meine Empfehlung*)
  • mind. 2 Sport- oder Trekkinghose
  • Atmungsaktive Shirts
  • Kopfbedeckung
  • Fleecejacke
  • ggf. Regenhose
  • ggf. Funktionsunterwäsche
  • ggf. Mütze und Handschuhe 
  • ggf. Badesachen
  • Bequeme Kleidung für die Hütte

Für die Übernachtung

Gesundheit & Verpflegung

  • Blasenpflaster
  • Tape
  • Sonnencreme & Sonnenbrille
  • Erste-Hilfe-Set
  • Persönliche Medikamente
  • Kleine Snacks (z.B. Müsli- und Proteinriegel)
  • Mülltüte 

Für besondere Touren 

  • Gamaschen, Steigeisen und/oder Grödel
  • Gletscherbrille
  • Biwak-Sack
  • GPS-Gerät
  • Gletscherbrille

Hast du Fragen oder wünschst dir eine Beratung für deine Hüttentour? Oder hättest du gern Unterstützung bei der Planung? Dann schreib uns gerne – wir freuen uns immer über Post!

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