Die 3-tägige Hüttentour in Österreich führt entlang des Dachsteinmassivs – einmal rund um die Bischofsmütze. Eine wahre Panoramaroute, auf der du die schönsten Ausblicke auf majestätische Gipfel und weite Täler genießen kannst.
Da es sich um einen Rundwanderweg handelt, kannst du die Tour grundsätzlich in beide Richtungen wandern. In den meisten Portalen wird sie in der Richtung Filzmoos – Hofpürglhütte – Gablonzer Hütte – Filzmoos beschrieben. In unserem Zeitraum war das aufgrund der Hüttenbelegung nicht möglich, deshalb entschieden wir uns für die umgekehrte Variante – und würden es wieder so tun.
Inhalt
Organisation der Hüttentour
Vorbereitung der Hüttentour in Österreich
Diese Hüttentour in Österreich kann als moderat eingestuft werden. Du solltest eine gewisse Grundfitness, gute Kondition und Trittsicherheit mitbringen mitbringen. Es ist auch eine gute Tour für eine erste Hüttentour, um einfach mal auszuprobieren, ob es etwas für dich ist.
Du übernachtest in zwei bewirtschafteten Hütten, sodass du weder Lebensmittel noch Kochequipment mitnehmen musst. Am ersten und dritten Tag kommst du sogar an bewirtschafteten Hütten vorbei, wo du einen kleinen Mittagssnack bekommst. Du benötigst kein spezielles Equipment – es sei denn, du möchtest gern klettern. Dann hast du die Möglichkeit, einen Klettersteig zu gehen – wofür du entsprechende Ausrüstung mitnehmen solltest.
Achte darauf, die Hütten frühzeitig zu buchen. Obwohl insbesondere die Hofpürglhütte recht groß ist, ist sie in den Sommermonaten und insbesondere an den Wochenenden schnell ausgebucht. In beiden Hütten hast du die Wahl zwischen Mehrbettzimmern und dem etwas günstigeren Matratzenlager.
ACHTUNG: Auch als DAV-Mitglied ist es notwendig, die Hütten zu reservieren!
Ich empfehle dir, die einzelnen Tagesrouten vorher in einer Wanderapp abzuspeichern und die Karten auch herunterzuladen, obwohl du an den meisten Stellen der Tour Empfang haben solltest. So bist du dennoch auf der sicheren Seite.

Anreise zur Hüttentour in Österreich
Diese Hüttentour in Österreich startet und endet in Filzmoos – einem absoluten Wander- und Kletterhotspot im Salzburger Land. Es ist unter anderem bekannt für seine hohe Anzahl an Kraftplätzen.
Filzmoos befindet sich ca. eine Autostunde südlich von Salzburg und kann auch mit Bus und Bahn erreicht werden. Tourismus wird in Filzmoos groß geschrieben – es gibt eine Vielzahl an Hotels, Pensionen und Appartements sowie zahlreiche Restaurants und Outdoorgeschäfte. Vor und auch nach der Hüttentour kannst du also direkt im Ort übernachten, wenn du das möchtest.
Sofern du mit dem Auto anreist und es während der Hüttentour nicht an der Unterkunft deiner Vorübernachtung parken kannst, stehen die verschiedene Parkplätze zur Verfügung. Ich empfehle dir den Parkplatz neben dem Café & Restaurant „La Vie“, wo du direkt ein Ticket für mehrere Tage zu fairen Preisen lösen kannst. Wir haben im Juli 2023 für 3 Tage ca. 13 € gezahlt.
Tag 1 - Von Filzmoos zur Gablonzer Hütte
Aufstieg bis zur Sulzkarhütte
Du verlässt Filzmoos in Richtung Norden über die Hofalmstraße und passierst die Mautstation. Nach kurzer Zeit verlässt du die Straße und biegst links in einen Waldweg ein. Ab jetzt geht es bergauf!
Dann hast du zwei Möglichkeiten – meist wird die Tour so beschrieben, dass du zunächst zur Aualm (auch als Kirchgasshütte bekannt) wanderst. Hier wanderst du viel auf breiten Schotterwegen. Alternativ kannst du jedoch auch zunächst zur Hofpürglhütte aufsteigen und ab da dem Wanderweg folgen. Die zweite Variante ist die etwas steilere, wobei du auf eher schmalen, dafür sehr idyllischen Wegen gehst. Wir entschieden uns für diese Variante. Beide Hütten sind bewirtschaftet und somit geeignet für einen kleinen Zwischensnack.
Nach der Sulzkarhütte kommen treffen beide Wege wieder aufeinander. Insgesamt verläuft die Strecke recht eben mit kleineren Auf- und Abstiegen. Das Panorama ist einzigartig – links weite Almwiesen und tiefe Täler, rechts karge imposante Gipfel.


Vom Stuhlloch bis zur Gablonzer Hütte
Ein Highlight der Tour ist das Stuhlloch – ein Pass mit eindrucksvollem Ausblick. Für dich bedeutet es zunächst einige Höhenmeter Abstieg, wobei die ersten Meter recht steil und mit einem Stahlseil gesichert sind. Du benötigst jedoch keinerlei Equipment und es ist keinesfalls gefährlich.
Nach diesem Serpentinen-Abstieg erwartet dich auf der anderen Seite ein ebenso langer, jedoch etwas weniger steiler Anstieg. Zur Belohnung erreichst du die Stuhlalm bzw. Theodor-Körner-Hütte, die bewirtschaftet ist und auch Übernachtungsplätze bietet.
Anschließend bist du gestärkt für die letzten vier Kilometer bis zum Tagesziel. Hier warten nochmal ein paar Höhenmeter, bevor du schließlich die Gablonzer Hütte erreichst. Von hier fährst auch eine Seilbahn ins Tal.
Bei gutem Wetter hast du einen tollen Blick auf den Großen Donnerkogel. Hier gibt es auch einen recht anspruchsvollen Klettersteig, für den du jedoch auf jeden Fall entsprechendes Equipment benötigst.


Die Etappe im Überblick
Wir haben uns für die Route über die Hofpürglhütte entschieden. Alle Angaben beziehen sich deshalb auf diese Variante:
- 1.069 Höhenmeter
- 17,8 Kilometer
- 6:10 Stunden reine Gehzeit
- 7:10 Stunden insgesamt unterwegs
Die Gablonzer Hütte
Die Gablonzer Hütte befindet sich in einem Skigebiet und ist wirklich ein Juwel unter den Berghütten. Das Personal ist total herzlich, sodass man sich sofort willkommen fühlt.
Neben Matratzenlagern und Mehrbettzimmern gibt es auch Doppelzimmer (mit Doppelstockbett) – was wir spontan erhielten.
Das Abendessen wird á la Carte angeboten – hier hast du die Qual der Wahl zwischen verschiedensten österreichischen Spezialitäten. Die Küche ist wirklich hervorragend.

Tag 2 - Rund um die Bischofsmütze
Abstieg mit Blick auf den Gosausee
Auf der heutigen Tour passierst du keine bewirtschafteten Hütten. Nimm deshalb unbedingt ausreichend Wasser und Verpflegung für den Tag mit.
Der Tag beginnt mit einem Abstieg über ca. 300 Höhenmeter. Der schmale und streckenweise auch etwas steilere Weg führt dich durch ein idyllisches Waldstück, wobei du immer wieder einen Blick auf den Gosausee erhaschen kannst. Wenn die Bäume sich lichten, siehst du den See mit dem Dachsteingletscher im Hintergrund – ein herrliches Panorama.
Am tiefsten Punkt des Tages hast du auch die Möglichkeit, einen Abstecher zum See hinunter zu machen. Wir haben uns dagegen entscheiden und sind stattdessen weitergewandert. Solltest du die Tour andersherum gehen, kannst du vom See aus die Gosaukammbahn nutzen, um zur Hütte zu gelangen.


Über den Steiglpass zur Hofpürglhütte
Nun geht es Stück für Stück bergauf. Der nächste Streckenabschnitt führt dich über einige Geröllfelder, die es zu überqueren gilt. Rechts von dir gestreckt sich auf die imposante Bergkette – ein atemberaubendes Panorama.
Nun verlässt du das bewaldete Gebiet und betrittst alpines Gelände. Hier findest du nur noch wenige schattige Flecken zwischen den Felsen. Der Anstieg hat es in sich – einige sehr steile, anspruchsvolle Passagen erwarten dich, wofür das eine oder andere Mal auch die Hände benötigt werden.
Schließlich erreichst du den Steiglpass – mit 2.016 Metern der höchste Punkt der Tour. Nimm dir etwas Zeit, um den wundervollen Ausblick zu genießen. Neben dir erhebt sich majestätisch die Große Bischofsmütze, während sich vor dir eine weite Berglandschaft erstreckt, inmitten derer sich dein Tagesziel – die Hofpürglhütte – befindet.
Mit Überschreiten des Passes verlässt du Oberösterreich und betrittst das Salzburger Land. Der erste Teil des Abstieges ist recht steil und auch mit Stahlseilen zum Anhalten gesichert. Das Gelände ist teilweise etwas rutschig – Trittsicherheit ist hier unbedingt erforderlich. In Serpentinen schlängelt sich der Weg schließlich bis zur Hofpürglhütte, wo du es dir auf der Terrasse gemütlich machen kannst.


Die Etappe im Überblick
- 901 Höhenmeter
- 12 Kilometer
- 5:20 Stunden reine Gehzeit
- 6:30 Stunden insgesamt unterwegs
Auch, wenn die Fakten das Gegenteil vermuten lassen, ist diese Etappe meiner Meinung nach deutlich anspruchsvoller als die des Vortages. Grund dafür ist das alpine Gelände mit einigen herausfordernden Passagen. Besonderes Equipment ist dennoch auch für diese Tour nicht notwendig.
Die Hofpürglhütte
Die Hofpürglhütte ist einfach traumhaft gelegen – auf der einen Seite blickst du ins Tal über saftig grüne Almwiesen bis Filzmoos, auf der anderen Seite erstreckt sich die majestätische Bergkette.
Insgesamt ist die Hütte etwas einfacher gehalten als die Gablonzer Hütte, aber dennoch sauber und ordentlich. Du kannst entweder Halbpension buchen oder dir ein separates Abendessen an der Theke bestellen.
Auf der Hofpürglhütte gibt es standardmäßig kein warmes Wasser. Jedoch kannst du dir für 5 € eine Duschmarken erwerben, die dir 3 Minuten lang ein warmes Duscherlebnis beschert.

Tag 3 - von der Hofpürglhütte nach Filzmoos
Entlang der Bergkette bis zum Sulzenschneid
Nachdem du die Hütte verlassen hast, gehst du zunächst einen kleinen Abschnitt, den du bereits vom Vortag kennst. Doch statt zum Steiglpass aufzusteigen, nimmst du rechts den Abzweig und wanderst entlang der Bergkette. Dabei gilt es, einige Geröllfelder zu überqueren und immer wieder kleinere Auf- und Abstiege sowie felsige und verwurzelte Abschnitte zu meistern.
Ein kleines Highlight ist eine Almhöhe, auf der zahlreiche Kühen, Ziegen und sogar Pferde grasen. Die Pferde haben sich sehr über unsere Gesellschaft gefreut und sich aktiv ihre Streicheleinheiten eingefordert.
Anschließend beginnt der anspruchsvollste Teil des Tages – der recht steile Aufstieg zum Sulzenhals. In Serpentinen geht es Meter für Meter nach oben, bis du schließlich Sulzenschneid auf 1950 Metern Höhe erreichst.


Zurück nach Filzmoos
Nach dem obligatorischen Foto am Gipfelkreuz beginnt der Abstieg. Währenddessen blickst du immer wieder auf die Hofpürgelhütte, bei der du deine heutige Tour begonnen hast und die immer weiter in die Ferne rückt. Anfangs noch recht steil, teilweise geröllig und etwas rutschig, lässt du das alpine Gelände bald hinter dir.
Schließlich erreichst du die Sulzenalmen, eine Gemeinschaft von insgesamt vier familiengeführten Almen, die ausschließlich regionale Produkte verwenden – größtenteils sogar aus eigenem Anbau bzw. eigener Zucht. Die gemütlichen Terrassen der bewirtschafteten Hütten laden zum Verweilen bei österreichischen Spezialitäten ein – zumal der anstrengende Teil der Tour nun geschafft ist.
Die letzten fünf Kilometer legst du auf Waldwegen zurück, ohne steile Passagen. Der Weg führt dich stetig bergab, bis du schließlich wieder in Filzmoos ankommst.
Die Etappe im Überblick
- 527 Höhenmeter
- 1.020 Meter Abstieg
- 15,3 Kilometer
- 5:15 Stunden reine Gehzeit
- 6:00 Stunden insgesamt unterwegs
Die Etappe ist ein toller Abschnitt dieser dreitägigen Hüttentour in Österreich. Nach dem herausfordernden ersten Teil kannst du die Tour gemütlich ausklingen lassen.
Hast du Fragen oder wünschst dir eine Beratung für deine Hüttentour? Oder hättest du gern Unterstützung bei der Planung? Dann schreib uns gerne – wir freuen uns immer über Post!
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