Mit dem Mietwagen durch Kenia

Leopard auf einer grünen Wiese stehend, mit Blick in die Kamera

Kenia ist ein faszinierendes Land – mit seiner beeindruckenden Vielfalt ist es zurecht eines der absoluten Traumziele in Ostafrika. Wir haben uns entschieden, mit dem Mietwagen in Kenia zu reisen – für uns die beste Möglichkeit, das Land wirklich kennenzulernen. In diesem Kenia Reiseguide erhältst du alle wichtigen Informationen, um deine Abenteuerreise in die Heimat der Big Five und zu den weißen Sandstränden des Indischen Ozeans zu planen.

Wir teilen unsere besten Tipps und Tricks, damit deine Reise nach Kenia zum unvergesslichen Erlebnis wird und du dieses atemberaubende Land in all seinen Facetten genießen kannst, egal ob mit Mietwagen, öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch als geführte Tour.

Inhalt

Im Land von König der Löwen

Kenia ist wie ein lebendig gewordenes Märchen aus der afrikanischen Savanne. Endlose Weiten, majestätische Baobabs (Affenbrotbäume) und die dramatische Kulisse des Kilimandscharo – hier fühlst du dich wirklich, als wärst du mitten im Film König der Löwen.

Doch Kenia ist noch so viel mehr. Es ist die Heimat unglaublicher Tiermigrationen, lebendiger Kulturen und herzlicher Menschen. Egal, ob du die „Big Five“ in der Masai Mara suchst, die Küsten von Diani Beach genießt oder die Stille des Rift Valley auf dich wirken lässt – Kenia wird dich verzaubern.

So bereist du Kenia am besten

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, Kenia zu bereisen. Vom Backpacking-Trip, bei dem du mit öffentlichen Bussen von Hostel zu Hostel reist über den klassischen Strandurlaub bis hin zur Luxus-Safari, wobei du mit dem Privatjet zu den exklusivsten Lodges reist – alles ist möglich.

Welche Art für dich die beste ist, hängt nicht nur von deinem Budget ab, sondern auch von deiner Abenteuer-Bereitschaft und deiner Flexibilität. Du solltest wissen, dass Kenia nicht unbedingt einfach zu bereisen ist – selten läuft hier alles so, wie geplant.

Sei deshalb wirklich ehrlich zu dir selbst, was du dir zutraust, damit du deine Reise auch wirklich genießen kannst. Natürlich kannst du die verschiedenen Reisearten auch miteinander kombinieren und die perfekte Mischung für dich finden.

Geführte Rundreise / Safari-Tour

Die wohl einfachste und entspannteste Möglichkeit, Kenia zu erkunden, ist in Form einer geführten (Safari-) Rundreise. Es gibt zahlreiche Reiseveranstalter, die komplette Kenia-Rundreisen anbieten, auf welchen du die Highlights des Landes erlebst. Oftmals bist du dabei in einer Gruppe unterwegs, die von einem Guide begleitet wird. Alle Unterkünfte und Transfers sind vorab reserviert, sodass du dich um nichts kümmern musst, sondern ganz in Ruhe deine Reise genießen kannst.

Wie du dir sicher denken kannst, ist das natürlich auch die teuerste Variante. Dennoch ist das Angebot breit gefächert – je nach Reisezeit, Größe der Reisegruppe und Art der Unterkünfte unterscheiden sich die Preise sehr stark. Als kleine Orientierung: Für eine 14- bis 18-tägige Reise solltest du mind. 3.500 – 4000 € pro Person einplanen. Nach oben hin gibt es selbstverständlich keine Grenze.

Mit dem Mietwagen in Kenia

Wenn du flexibler unterwegs sein möchtest und lieber dein eigenes Ding machst, kannst du das Land auch auf eigene Faust erkunden und mit dem Mietwagen in Kenia reisen. Dafür empfehlen wir dir, ein Fahrzeug mit Allradantrieb zu wählen. Besonders bei Regenfällen sowie in den Nationalparks erleichtert dir das viel.

Wenn du dich entscheidest, mit dem Mietwagen in Kenia unterwegs zu sein, solltest du ein(e) erfahrene(r) AutofahrerIn sein. Der Verkehr ist oftmals recht abenteuerlich – von gewagten Überholmanövern bis hin zu unübersichtlichem Verkehrschaos in den Städten. Außerdem solltest du etwas flexibel sein – nicht immer wird alles so klappen wie geplant, sei es durch eine (unter Umständen korrupte) Polizeikontrolle oder gesperrte Straßen. Für uns war diese Variante das perfekte Abenteuer. 

Rundreise mit Öffentlichen Verkehrsmitteln

Du kannst Kenia auch durchaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln bereisen. Für längere Strecken zwischen den Städten kommen sowohl Reisebusse als auch Minibusse zum Einsatz. Diese sind sehr kostengünstig, aber auch häufig stark überfüllt und nicht immer in einem einwandfreien (technischen) Zustand. Unter anderem deshalb gelten sie nicht unbedingt als das sicherste Verkehrsmittel.

Außerdem solltest du für diese Variante etwas Zeit und Flexibilität mitbringen, denn auch, wenn es grundsätzlich Fahrpläne gibt, werden diese nicht immer eingehalten. Du solltest auf Ausfälle und Verzögerungen gefasst sein und deine Reise so planen, dass kurzfristige Änderungen kein Problem darstellen.

Um die Nationalparks zu erkunden, solltest du dir dann natürlich geführte Touren in entsprechenden Safari-Fahrzeugen buchen. Bis zu den Parks kommst du grundsätzlich mit den öffentlichen Bussen.

Zwischen Mombasa, Nairobi und Kisumu gibt es außerdem eine Zugverbindung. Der Madaraka Express bringt dich in weniger als sechs Stunden von Nairobi nach Mombasa. Anderes als die Busse sind die Züge sehr modern, bequem und sauber, sogar einen Bordservice gibt es. Die Preise sind sehr moderat – in der Economy Class zahlst du für eine Fahrt von Nairobi nach Mombasa ca. 10 € pro Person, in der First Class ca. 33 €.

Strandurlaub In Kenia

In Kenia findest du wunderschöne kilometerlange  weiße Traumstrände am Indischen Ozean. Die perfekte Kulisse für einen traumhaften Strandurlaub! Dafür gibt es zahlreiche Boutiquehotels sowie auch größere Resorts in verschiedenen Preisklassen.

Wenn du gern etwas erleben möchtest, werden verschiedenste Aktivitäten angeboten – von Schnorchel- und Tauchausflügen über Segeltouren bis hin zu Kitesurfing-Unterricht – das Angebot ist wirklich vielfältig. Außerdem werden oftmals Touren in die nähere Umgebung angeboten, wie z.B. nach Mombasa oder in die nahegelegenen Nationalparks, wo du Safari-Luft schnuppern kannst (z.B. im Tsavo Ost Nationalpark oder in den Shimba Hills). Du solltest jedoch wissen, dass dies nicht die Orte für die spektakulären Raubtier-Sichtungen sind.

Wenn du die Big 5 zu Gesicht bekommen möchtest, empfiehlt es sich, deinen Strandurlaub mit einer Safari-Tour zu kombinieren. 

Löwenmännchen liegend im Nakuru Nationalpark in Kenia
Palmen und Strand in Diani Beach in Kenia

Infrastruktur in Kenia

Grundsätzlich ist die Infrastruktur in Kenia sehr unterschiedlich. Man muss hier klar zwischen den touristischen Hotspots wie den Urlaubsorten am Indischen Ozean sowie den beliebtesten Nationalparks und den eher weniger touristischen Regionen unterscheiden. Sobald du die touristischen Routen verlässt, kann es durchaus etwas abenteuerlicher werden.

Straßen und Verkehr

Kenia verfügt über ein relativ gut ausgebautes Straßennetz. Fast alle Regionen des Landes sind über asphaltierte Straßen zu erreichen. Während die großen Straßen (sogenannte A-Straßen) in einem guten Zustand sind, muss man auf den kleineren Straßen mit größeren Schlaglöchern rechnen. Hier gilt es, wirklich vorsichtig zu fahren, um keinen Unfall zu bauen.

Außerhalb von Nairobi gibt es keine mehrspurigen Autobahnen. Aufgrund der vielen LKWs ist der Verkehr oft sehr dicht und insbesondere an Bergen kann es sich schnell stauen. Die Kenianer sind nicht unbedingt für ihre sichere Fahrweise bekannt – riskante Überholmanöver von Bussen und LKWs stehen leider an der Tagesordnung. Achtung: In Kenia herrscht außerdem Linksverkehr – du fährst also auf der „falschen“ Straßenseite.

Tankstellen sind in Kenia in großer Zahl zu finden. Teilweise haben wir mehrere Tankstellen direkt nebeneinander vorgefunden. Auch in kleineren Ortschaften ist es gar kein Problem, sodass du dir keine Gedanken darüber machen musst, wenn du mit einem Mietwagen unterwegs bist.

Öffentliche Verkehrsmittel

Wenn du nicht selbst mit dem Auto fahren möchtest, kannst du auch öffentliche Verkehrsmittel nutzen.

Zwischen Mombasa und Nairobi gibt es eine sehr moderne Zugstrecke. Auch die Flugverbindungen auf dieser Strecke sind sehr erschwinglich. In allen anderen Regionen des Landes kannst du Busverbindungen nutzen, die jedoch nicht besonders komfortabel und auch nicht gerade zuverlässig sind.

Innerhalb der Städte sowie auch zwischen den Dörfern kannst du Sammeltaxis, sogenannte Matatus, nutzen. Dabei gibt es keinen Fahrplan – sie fahren dann, wenn sie voll sind. Und zwar wirklich voll. Es ist eine sehr authentische Art des Reisens, bei der du auf jeden Fall mit Einheimischen in Kontakt kommen wirst.

An der Küste, rund um Mombasa, sind auch zahlreiche Tuk-Tuks unterwegs, eine kostengünstige Alternative zu Taxis. Du kannst diese direkt an der Straße anhalten oder über die App BOLT nutzen. Die App funktioniert im ganzen Land und du kannst immer das Verkehrsmittel auswählen, was für dich im Moment passt und verfügbar ist. Neben der Sicherheit ist die einfache Bezahlung ein großer Vorteil: Du hinterlegst deine Kreditkarte und zahlst bargeldlos ganz einfach einen Festpreis. 

LKW in Kenia mit drei Menschen darauf stehend
Überholender blauer LKW auf einer Überlandstraße in Kenia

Unterkünfte & Campsites

Der Standard für Unterkünfte jeglicher Art ist in Kenia sehr unterschiedlich.

Innerhalb der Nationalparks sowie auch in der Umgebung von kleineren Reservaten gibt es sehr viele tolle Lodges, die hervorragend ausgestattet sind und viel Komfort bieten. Teilweise übernachtest du dabei auch in luxuriösen Zelten, die wie ein Hotelzimmer ausgestattet sind und wenig mit dem zu tun haben, was du bisher als Camping kennst. Diese Anlagen verfügen fast immer über ein eigenes Restaurant und einen Pool und sind in der Regel sehr gepflegt. Dafür sind diese Unterkünfte nicht ganz kostengünstig, insbesondere in den Nationalparks findest du selten eine Unterkunft für unter 200 – 300 € pro Nacht.

In den Städten gibt es natürlich klassische Hotels. Die bekannten internationalen Hotelketten sind mit recht großen Häusern vertreten, wobei die Preise deutlich günstiger sind als in Europa.

Auf AirBnB findest du ebenfalls ein sehr breites Angebot an sehr kostengünstigen Unterkünften in den Städten. Für ca. 30 € pro Nacht findest du wirklich gut ausgestattete Appartements. Für uns war das eine tolle Möglichkeit, das „echte Leben“ in Kenia besser kennenzulernen, da diese Unterkünfte oft in (sicheren) einheimischen Wohngegenden lagen. Jedoch waren diese AirBnBs in Kenia nicht immer so zuverlässig, wie wir uns das gewünscht hätten – zwei von vier gebuchten Unterkünften wurden uns leider kurzfristig abgesagt. 

Campingplätze zum Campen mit dem eigenen Zelt sind in Kenia nicht besonders leicht zu finden. Die meisten Campsites stellten sich bei unserer Recherche als sogenannte „Tented Campsites“ heraus, bei welchen nur die fertig vorbereiteten Zelte vermietet werden und keine Stellflächen vorhanden sind. Google Maps ist bei der Suche auch nicht sonderlich zuverlässig. Die Campsites, auf denen wir übernachteten, waren recht einfach ausgestattet. Waschräume waren vorhanden, jedoch keine Strom- oder Wasseranschlüsse an den jeweiligen Stellplätzen. Die Preise belaufen sich in der Regel auf 1.000 KES pro Person, das entspricht ca. 7,30 €. In unmittelbarer Nähe zur Masai Mara ist es natürlich etwas teurer.

In der Hauptsaison (von Ende Juli bis Oktober) empfehlen wir dir, die Unterkünfte vorher zu reservieren, da zur Zeit der Great Migration sehr viele Touristen im Land sind und es schwer werden kann, spontan etwas zu finden. 

Marianne und Freddy in Kenia zum Campen mit aufgebautem Dachzelt
Landcruiser mit Dachzelt unter dem Sternenhimmel in Kenia

Supermärkte & Restaurants

Grundsätzlich gibt es in jedem Ort mindestens einen kleineren Supermarkt, in dem du das Wichtigste kaufen kannst, wie z.B. Nudeln, Dosenartikel und Wasser. In kleineren Orten wirst du oft einen Naivas finden, dessen Sortiment sehr variiert. In ländlicheren Regionen sind die Regale nicht selten relativ leer.

In größeren Ortschaften findest du manchmal einen Quickmart – für uns war das immer wie ein Lottogewinn. Denn diese Märkte sind hervorragend ausgestattet und neben Lebensmitteln gibt es auch Abteilungen für Kleidung, Werkzeuge und diverse andere Dinge. 

Alkohol findest du in normalen Supermärkten gar nicht. Dafür gibt es separate Liquor Stores. In den größeren Supermärkten (wie im Quickmart) findest du im Markt direkt einen Liquor Store. Ansonsten gibt es auch zahlreiche separate Stores.

In touristischeren Gebieten findest du überall zahlreiche Restaurants mit vielfältiger Auswahl. Je touristischer das Gebiet, desto höher auch die Preise. Während wir im Inland fast immer unter 15 € für zwei Hauptspeisen und zwei Getränke bezahlt haben, war es an der Küste deutlich teurer – wenn auch immer noch günstiger, als wir das aus Deutschland kennen. 

Abseits der Touri-Routen gab es auch überall kleine Restaurants, die jedoch eher Imbiss-Charakter hatten und in die sich wohl selten ein Tourist verirrt. Hier haben wir oft gute Samosas (gefüllte Teigtaschen, die in Kenia sehr beliebt sind) gegessen, sowie oft auch Pommes und Pizza. Straßenküchen findet man auch teilweise, jedoch eher seltener. 

Für deine Reisevorbereitung

Kosten & Preisniveau in Kenia

Kenia ist, wie die meisten afrikanischen Länder, ein eher hochpreisiges Reiseland für Touristen. Man spürt an den Preisen sehr deutlich, welche Produkte oder Dienstleistungen auch von den Einheimischen gekauft werden und welche nur oder hauptsächlich von den Touristen. Dementsprechend sind auch die Preise.

AirBnBs werden oft auch von Einheimischen oder Einwohnern der Nachbarländer in Anspruch genommen – deshalb sind diese sehr günstig. Lodges in Nationalparks sind ausschließlich auf Touristen ausgerichtet und dementsprechend teuer.

Ein gutes Beispiel dafür war eine Übernachtung in einem Golfclub in Nairobi. Hier waren wir die einzigen Europäer – und hatten trotz der gehobenen Location das günstigste Abendessen auf unserer Reise (10 € für uns beide zusammen inkl. Getränke). In den touristischeren Gegenden zahlt man für 2 Hauptgerichte und 2 Getränke ca. 30 € – in gehobeneren Restaurants oder für besondere Spezialitäten auch mehr.

Besonders teuer sind in Kenia die Eintritte für die Nationalparks. Hier gab es 2024 enorme Erhöhungen, sodass man sich mittlerweile genau überlegen muss, welchen Nationalpark man besuchen möchte und wie lange. Die Masai Mara ist der teuerste Nationalpark Kenias und kostet in der Hauptsaison (von Juli bis Dezember) 200 USD pro Person und pro Tag. Das ist definitiv ein großer Kostenfaktor bei einer Kenia-Reise.

In den Supermärkten sind die Preise etwas günstiger als in Deutschland, wobei die Preise bei den Produkten stark variieren. Alkohol ist immer deutlich teurer als in Deutschland.

Zur Übersicht haben wir hier einmal unsere Kosten aufgeschlüsselt. Dinge, die wir uns persönlich gekauft haben sowie Geschenke für Freunde und Familie haben wir nicht mit eingerechnet.

Unsere Kosten für 21 Tage

Hinweis zur Transparenz: Hinzu kamen für uns noch ca. 1.900 € für neue Flüge und zwei Express-ETA, da wir zunächst keine ETA hatten und unsere Anreise deshalb spontan um 2 Tage verschieben mussten.

Bezahlung in Kenia

Bargeldlos zu bezahlen ist in Kenia wohl noch leichter als in den meisten anderen Ländern der Welt. Die gängigen Kreditkarten sind weit verbreitet und werden in touristischen Gegenden in Hotels, Restaurants und Shops überall akzeptiert. Auch in Supermärkten funktioniert es problemlos.

Weitaus geläufiger ist jedoch ein anderes Zahlungssystem: M-Pesa. Es wurde vom kenianischen Mobilfunkunternehmen Safaricom entwickelt und zeichnet sich dadurch aus, dass kein Bankkonto notwendig ist. Es wird, im Gegensatz zu Kreditkarten, in jedem noch so kleinen Straßencafé akzeptiert. Die Händler haben dafür ein Schild mit einer entsprechenden Nummer, an welche das Geld dann gesendet wird. Alternativ kannst du auch direkt an Personen Geld senden, zum Beispiel an Taxifahrer.

Für die Nutzung von M-Pesa benötigst du eine SIM-Karte von Safaricom (was wir dir sowieso empfehlen, da es die beste Netzabdeckung in Kenia bietet). Der Shop-Mitarbeiter kann dir M-Pesa direkt einrichten, wobei du zur Vergabe einer vierstelligen Geheimzahl aufgefordert wirst, nach der du später bei jeder Transaktion gefragt wirst. 

Um dein Konto aufzuladen, hast du zwei Möglichkeiten: Entweder lädst du bei einem Safaricom-Partner (kleine Kioske, die du an jeder Ecke findest) Geld auf, indem du Bargeld einzahlst oder du nutzt einen Online-Zahlungsdienst wie Wise oder Remitly, um direkt Geld auf dein M-Pesa-Konto zu überweisen.

Es ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, um im ganzen Land problemlos bargeldlos zu bezahlen.

Die beste Reisezeit

Grundsätzlich kann man Kenia ganzjährig gut bereisen. Je nachdem, worauf dein Fokus liegt, eignen sich bestimmte Zeiten etwas mehr als andere. 

Besonders beliebt ist die Zeit zwischen Ende Juli und Anfang Oktober. Es ist die Zeit der Great Migration, bei welcher die spektakuläre Wanderung der riesigen Gnu-Herden von der Masai Mara in die Serengeti in Tansania beobachtet werden kann. In diesen Monaten sind die meisten Touristen im Land – Unterkünfte sind nochmal teurer und insbesondere in der Masai Mara ist der Andrang zu dieser Zeit sehr groß.

Im November und Dezember ist in Kenia die „kleine Regenzeit“. In dieser Zeit kann es ab und zu etwas regnen, jedoch maximal wenige Stunden und vorrangig nachts. Dabei steigen die Temperaturen. Über Weihnachten und Silvester ist absolute Hochsaison in Kenia – wenn du zu dieser Zeit reisen möchtest, solltest du deine Unterkünfte so früh wie möglich buchen.

Januar & Februar sind sehr beliebte Monate für eine Reise nach Kenia. Es ist warm und trocken und somit hervorragend geeignet für einen Strandurlaub oder Safari-Touren. Ein weiterer Vorteil dieser Monate ist, dass es offiziell als Nebensaison gilt und somit die Eintritte in die Nationalparks deutlich günstiger sind. Von Januar bis Juni zahlt man in der Masai Mara beispielsweise „nur“ 100 USD pro Person und pro Tag, anstatt 200 USD wie in der zweiten Jahreshälfte.

Während der großen Regenzeit (von März bis Mai) würden wir dir von einer Reise eher abraten. In dieser Zeit können die Niederschläge wirklich heftig sein und teilweise kommt es auch zu Überschwemmungen im Land, sodass einige Straßen oder Wege ggf. nicht befahrbar sein können.

Kenia: Zwei Giraffen nebeneinander stehend unter einem Baum, beide in die Kamera blickend
Löwenbabys im Gebüsch in Kenia in der Masai Mara

Routenvorschläge

Es gibt ganz verschiedene Routen, auf denen man Kenia erkunden kann. Die touristischen Highlights befinden sich grundsätzlich eher im Süden des Landes. Wenn man durch das Land reist, wird man aufgrund der Straßenführung immer mal wieder nach Nairobi oder zumindest an Nairobi vorbei kommen.

Wenn du als Selbstfahrer deine Route planst, solltest du beachten, dass die Straßen nicht mit deutschen Straßen vergleichbar sind. Plane deshalb ausreichend Zeit für die Strecken ein.

Wir waren insgesamt drei Wochen in Kenia unterwegs und haben uns für die recht klassischen Highlights entschieden:

Kenia Landkarte mit allen Stationen der Reise von Marianne & Freddy
  1. Nairobi (1 Übernachtung) 
  2. Samburu Nationalpark (2 Übernachtungen) 
  3. Lake Nakuru Nationalpark (2 Übernachtungen) 
  4. Lake Naivasha (1 Übernachtung) 
  5. Masai Mara (2 Übernachtungen) 
  6. Umgebung von Nairobi (1 Übernachtung)
  7. Amboseli Nationalpark (2 Übernachtungen)
  8. Voi (1 Übernachtung) 
  9. Mombasa (1 Übernachtung) 
  10. Diani Beach (4 Übernachtungen) 
  11. Nairobi (1 Übernachtung)

Es gibt natürlich noch weitere Nationalparks in Kenia, die definitiv lohnenswert sind. Wir hatten ursprünglich noch den Nairobi Nationalpark sowie den Tsavo East Nationalpark im Blick, haben uns dann aber (auch aus Budgetgründen) dagegen entschieden. 

Auch der Mount Kenia Nationalpark ist ein sehr lohnenswertes Ziel, welches wir ursprünglich eingeplant hatten. Aufgrund der etwas verspäteten Anreise mussten wir uns dann jedoch dagegen entscheiden. Es ist der höchste Berg Kenias, wo du verschiedene Wandertouren unternehmen und dabei Elefanten, Büffel & Co. beobachten kannst. Aufgrund dessen ist es auch nicht möglich, den Park auf eigene Faust zu besuchen, sondern nur mit Guide. Wenn du den Mount Kenia vollständig besteigen möchtest, solltest du insgesamt ca. 5 Tage einplanen. Es gibt auch eintägige Touren, bei denen du jedoch den Gipfel nicht erreichst.

Camping & Autovermietung in Kenia

Kenia eignet sich auf jeden Fall als Selbstfahrer-Destination. Wer ein besonderes Abenteuer sucht, dem können wir auf jeden Fall ein Auto mit Dachzelt empfehlen – so erlebst du die afrikanische Wildnis auf ganz besondere Art und Weise.

Nachdem wir bereits Namibia auf diese Weise bereist hatten, freuten wir uns auf ein weiteres Camping-Abenteuer in Afrika, wohlwissend, dass es natürlich etwas ganz anderes ist.

Das Auto haben wir über Drive East Africa* gebucht. Nachdem wir mehrere Anbieter verglichen hatten, boten sie auf jeden Fall das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir haben uns für einen Landcruiser V8 inkl. Camping-Ausstattung entschieden, der alles hatte, was wir für die Reise brauchten. Das Auto war zwar nicht mehr das neuste und hatte kleine Macken, aber lief zuversichtlich. Anderenfalls hätten wir auch durch die 24/7 Pannenhilfe jederzeit einen Ansprechpartner gehabt.

Besonders loben können wir die Kommunikation mit Drive East Africa. Die Buchung lief sehr unkompliziert und am Anreisetag wurde uns das Auto sogar nachts zum Flughafen in Nairobi gebracht. Auch die Rückgabe in Mombasa lief sehr unkompliziert – das Auto wurde zu unserer Wunschzeit direkt an unserem Hotel abgeholt, ohne komplizierte Formalitäten.  

Flüge nach Kenia

Wenn du nach Kenia fliegen möchtest, hast du die Wahl zwischen zwei Flughäfen in Kenia: Nairobi und Mombasa. In beiden Städten gibt es internationale Flughäfen, die von Deutschland aus direkt angeflogen werden.

Nach Nairobi gibt es Direktflüge ab Frankfurt mit Lufthansa. Innerhalb von ca. 8,5 Stunden bist du mit dieser Verbindung in Kenia. Außerdem gibt es zahlreiche Verbindungen mit anderen Airlines mit entsprechenden Zwischenstops, wie z.B. mit KLM, Qatar Airways und Turkish Airlines.

Nach Mombasa gibt es ebenfalls Direktflüge ab Frankfurt mit Discover Airlines und Condor

Nilpferd auf einer Wiese, mit Algen auf dem Rücken am Lake Naivasha in Kenia
Leopard mit einem gejagten Impala im Maul in der Masai Mara in Kenia

Good to know

Dokumente & Einreise

Zur Einreise in Kenia benötigst du seit Januar 2024 ein ETA (Electronic Travel Authorization). Ein klassisches Visum ist seitdem nicht mehr erforderlich. Die Beantragung des ETA erfolgt online über eine Seite der Kenianischen Regierung.

Das ETA kann frühestens drei Monate vor Abreise beantragt werden, allerspätestens jedoch 72 Stunden vor Abreise. Beachte, dass du bei einigen Airlines das ETA bereits beim Check-In vorweisen musst. 

Sollte deine Reise bereits unmittelbar bevorstehen und du das ETA in weniger als 72 Stunden benötigen, gibt es verschiedene Anbieter für Express-ETA (die wir bereits getestet haben).

Wir empfehlen dir in diesem Fall eine Agentur, die sehr zuverlässig arbeitet und faire Preise (65 USD für die Express-Bearbeitung) verlangt. In diesem Fall beantragst du das ETA über die offizielle Seite der kenianischen Regierung und teilst der Agentur deine Referenznummer vor. Innerhalb von einer Stunde erhältst du dann dein ETA. 

Das ETA erlaubt es dir, für maximal 90 Tage im Land zu bleiben. Solltest du deinen Aufenthalt verlängern wollen, kannst du dies bei der Einwanderungsbehörde in Nairobi tun und weitere 90 Tage erhalten.

Beachte, dass das Visum für die einmalige Einreise nach Kenia gültig ist. Solltest du planen, auch nach Uganda und/oder Ruanda zu reisen, kannst du das Ostafrikanische Touristenvisum beantragen. Tansania ist dabei  nicht mit enthalten und erfordert ein separates Visum. Wichtig ist, dass du deine Reise in dem Land beginnst, das das ETA ausgestellt hat.

Gesundheit

In Kenia gilt deine deutsche Krankenversicherung nicht. Kümmere dich deshalb unbedingt um eine Auslandskrankenversicherung. Wir empfehlen dir, darauf zu achten, dass auch der medizinisch sinnvolle Krankenrücktransport mit versichert ist. 

Wenn du direkt aus Deutschland einreist, sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Allgemein werden Impfungen gegen Hepatitis A und Poliomyelitis empfohlen sowie in Teilen des Landes auch gegen Gelbfieber.

Der Großteil des Landes, mit Ausnahme von Nairobi und Gebieten über 2.500 Höhenmetern, gilt als Malaria-Gebiet. Dabei ist die Malaria tropica am weitesten verbreitet. Es gibt die Möglichkeit, sich durch die Einnahme von Malaria-Prophylaxe-Präparaten zu schützen. Wir empfehlen dir, am besten mit deinem Arzt Rücksprache zu halten und eine gute Entscheidung für dich zu treffen. In jedem Fall ist es wichtig, dich insbesondere in der Dämmerung vor Mücken zu schützen, da diese auch diverse andere Krankheiten übertragen können.

Sicherheit & Kriminalität

Allgemein gilt Kenia als recht sicheres Reiseland mit stabilen politischen Verhältnissen.

Dennoch kann es teilweise zu Unruhen im Land kommen, zuletzt war dies im Sommer 2024 in Nairobi der Fall. Die Hauptstadt wurde von heftigen Protesten erschüttert, bei welchen zahlreiche Menschen zu Tode kamen. Auslöser dafür war ein umstrittenes Steuergesetz des Präsidenten, welches die kenianischen Bürger mit zusätzlichen Steuern belasten würde, obwohl diese bereits mit den hohen Lebenshaltungskosten zu kämpfen haben. Der insbesondere von der jungen Bevölkerung getragene Protest hat letztendlich dazu geführt, dass der Präsident das Gesetz zurückgezogen und große Teile des Kabinetts entlassen hatte.

Touristen waren während dieser Unruhen nicht in Gefahr – wir empfehlen euch, euch vor eurer Reise zu informieren und ggf. größere Menschenansammlungen zu vermeiden.  

Das Auswärtige Amt empfiehlt außerdem, den Nordosten Kenias zu meiden und sich nicht mehr als 100 Kilometer der somalischen Grenze zu nähern. Das schließt auch die Insel Lamu mit ein.

Die Kenianer bemühen sich sehr, die Sicherheit im Land zu gewährleisten. So finden beispielsweise an den Eingängen zu Supermärkten, Einkaufszentren und Bahnhöfen Sicherheitskontrollen statt.

Bitte bedenke: Ein großer Teil der kenianischen Bevölkerung lebt in sehr einfachen Verhältnissen und kämpft teilweise sogar täglich ums Überleben. Nun kommen regelmäßig Touristen ins Land, die in luxuriösen Unterkünften ihren Urlaub genießen – für die Einheimischen, die ihr Land wahrscheinlich nie im Leben verlassen werden, erweckt das den Eindruck von unermesslichem Reichtum. Ohne es gutheißen zu wollen, ist es dabei dennoch irgendwie verständlich, dass das zu Diebstählen führen kann.

Beachte ein paar einfachen Grundregeln, um dich selbst zu schützen: 

  • Verriegle dein Auto immer – sowohl beim Parken, als auch während der Fahrt.
  • Achte beim Verlassen des Autos darauf, keine Wertgegenstände sichtbar auf den Sitzen liegen zu lassen. 
  • Bewege dich nachts nicht zu Fuß, nutze am besten die App BOLT.
  • Sei vorsichtig, wenn jemand dich bittet, anzuhalten und nimm keine Anhalter mit, die du nicht kennst.
  • Sei achtsam am Geldautomaten.

Wir wollen dir damit keine Angst machen, sondern dich ein bisschen für die Situation im Land sensibilisieren. 

Blick auf den Kilimanjaro aus dem Amboseli Nationalpark in Kenia
Marianne mit dem Masai Michael gemeinsam neben einem Lagerfeuer stehend in Kenia

Unser Fazit

Eine Reise nach Kenia ist ein absoluter Traum! Du kannst die schönsten Safari-Momente erleben und gleichzeitig absolute Traumstrände genießen. 

Hast du Lust, Kenia zu bereisen, aber wünschst dir Unterstützung bei der Planung? Dann schreib uns gerne! Wir freuen uns, dir deine absolute Traum-Reise zu organisieren.

* Werbung (Kooperation)
** Unbezahlte Werbung

Das könnte dich auch interessieren...